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Gegenläufiger Trend in Zeiten der Pandemie

18. Februar 2022
R. Seidel


Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie zeigt die Situation im Straßenverkehr deutliche Veränderungen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die öffentlichen Einschränkungen und die Verlagerung der Arbeit ins Home Office die Gründe dafür sind. Arbeiten Sie von zu Hause aus oder versuchen Sie wie die meisten Menschen, den Besuch öffentlicher Plätze zu vermeiden? Die Konsequenz liegt auf der Hand: Je höher die Infektionsraten, desto leerer werden die Straßen. Es gibt jedoch eine überraschende Entwicklung. Wer hätte gedacht, dass trotz des allgemeinen Rückgangs der Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen die Zahl der Verkehrstoten plötzlich ansteigen würde?


Besonders deutlich wird die Entwicklung in den Vereinigten Staaten: Schauen wir uns die Schätzungen der Federal Highway Administration (FHWA) an. Deren Berechnungen des Indikators für die zurückgelegten Fahrzeugkilometer (VMT) zeigen den Trend des allgemeinen Rückgangs der Fahrleistung in den USA. Die veröffentlichten Statistiken signalisieren einen Rückgang der gefahrenen Kilometer um 13,2 Prozent im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Schätzungen der Verkehrstoten um bis zu 9 Prozent. Die Zahl der Menschen, die bei Autounfällen starben, belief sich allein im Jahr 2020 auf 38.680. Diese Zahlen stellen die höchste Verkehrstotenrate der USA in den letzten zehn Jahren dar und stoppen den seit 40 Jahren andauernden Abwärtstrend bei den Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr!


Das Ausmaß dieser umstrittenen Tendenz ist nicht nur auf die USA beschränkt. Lassen wir unseren Blick nach Europa schweifen, können wir Ähnliches beobachten. Während die durchschnittliche Autonutzung in der EU bis Ende 2019 bereits um 2 Prozent gesunken ist, verzeichneten einige Gebiete einen Anstieg der Verkehrstoten. So reichte der betrachtete Anstieg in Estland, Irland, Lettland, Luxemburg und Finnland von 4 bis 18 Prozent. Die späteren Zahlen für das erste Halbjahr 2021 folgen dem wenig vielversprechenden Trend des Anstiegs der Verkehrstoten und erstrecken sich bereits auf alle EU-Länder. Auch angesichts der Tatsache, dass viele Menschen auf alternative Verkehrsmittel umsteigen, steigt die Zahl der Verkehrstoten in Europa für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Motorradfahrer, Radfahrer und Fußgänger in den letzten Jahren weiter an. Interessant ist, dass die meisten tödlichen Unfälle nach wie vor mit Pkw-Beteiligung passieren, obwohl deren Nutzung insgesamt zurückgeht.


Die Zahl der Verkehrstoten steigt in Zeiten eingeschränkten Verkehrs weiter an, doch was sind die Ursachen für ein solch konträres Muster? In den letzten zwei Jahren hat die ganze Welt die gleiche epidemiologische Situation durchlebt. Und doch können sich die öffentlichen Einschränkungen für manche Menschen langwieriger und stressiger anfühlen als für andere, was nicht zwangsläufig zu riskantem Verhalten im Straßenverkehr führt, dieses aber durchaus begünstigen kann. Zudem haben leere Straßen offenbar eine regelrechte Anziehungskraft für Autofahrer, die Geschwindigkeitsbegrenzungen eher als Empfehlung als als Regel ansehen. 


Die Lösungen zur Verminderung und Verhinderung von Verkehrsunfällen und zur Gewährleistung der Sicherheit auf den Straßen mögen unterschiedlich sein. Aber digitale Innovation und moderne Technologie sind nach wie vor die besten unterstützenden Maßnahmen in allen Bereichen. So sind intelligente Verkehrssicherheitssysteme eine fortschrittliche Lösung für diese Probleme. Das Problem der Geschwindigkeitsübertretungen kann durch Geschwindigkeitsmessanlagen wesentlich zu einer verantwortungsvollen Fahrweise beitragen.


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Rico Seidal
press@roadia.com

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